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Montag, 30. November 2009

Oxford Markthalle

Oxford ist eine meiner liebsten Städte hier auf der Insel. Leider sehen das viele Leute auch so, daher ist dort immer viel los - und das mag Hubby nicht so sehr. Nur 40 Minuten Fahrzeit von uns entfernt, war es am letzten Freitag wieder soweit. Unbedingt dazu gehört immer ein Besuch des Covered Markets. Diese Markthalle stammt aus dem Jahr 1774 und ist durchgängig bis heute aktiv. Oben im Bild sieht man den Stand der Oxford Cheese Company, dort wird man gern beraten und kann sich mit den verschiedensten Käsen aus heimischer und internationaler Produktion eindecken. Wir kauften ein Stück Montgomery Cheddar aus unpasteurisierter Milch.
Es gibt Gemüsestände, Geschenkboutiquen, Kuriositäten und Cafés.

Und natürlich die Metzgerstände, schön-schaurig, was da so am Haken hängt. Die Qualität ist erstklassig und die Vielseitigkeit umwerfend.
Die Struktur versteckt sich zwischen High Street und Cornmarket Street und ist auf den ersten Blick nicht zu erahnen.
Gerade vor Weihnachten macht ein Besuch Spass, denn alles ist so festlich geschmückt.

Und die Haare schneiden lassen kann man sich auch, beim Market Barber.

Sonntag, 29. November 2009

Kochbuchvorstellung - so kochte man vor 50 Jahren in den USA

Heute zum Sonntag will ich Euch ein Kochbuch vorstellen, welches ich vor mehr als 25 Jahren für DM 2,00 auf dem Flohmarkt gekauft habe. Damals lernte ich verstärkt englisch und kaufte es vorwiegend wegen der Sprache. Es ist ein Buch von Time Life zuerst veröffentlicht 1958, ich habe die 3. Auflage von 1960. Das Format muss man sich wie den Diercke Weltatlas vorstellen, ich nehme daher auch an, dass es nicht vorrangig zum Kochen sondern mehr zum Schmökern gedacht war - oder als Coffee Table Book, wie man hier sagt.
Schon die Einbandseite ist grafisch wunderschön gestaltet, heute wieder modern, schön retro.

Das Buch stellt verschiedene Nahrungsmittelgruppen einzeln und in Rezepten vor. Zuerst gibt es den Fototeil und die Rezepte folgen auf den hinteren Seiten.

Die Fotografien sind sehr gestellt und sooo nostalgisch. Die USA stellen sich ein einer Weise dar, die die Fast Food Nation, die sich da heute entwickelt hat, noch nicht einmal erahnen lässt. Die vorstellten Gerichte sind international, aufwändig und mit erlesenen Zutaten zubereitet. Es gibt Lifestyle Ideen.
Auch über die School Lunches, mit denen sich Jamie Oliver heutzutage soviel beschäftigt, gibt es ein gesondertes Kapitel.
Modernstes Küchendesign wird bildlich erläutert.

Und über das richtige Stück Fleisch kommen keine Zweifel auf, reich bebildert werden Schwein, Rind und Lamm ausführlich vorgestellt.
Und dann kommen wir zum Restaurantteil, der zeigt die besten Gourmet Restaurants sowohl in Europa als auch in den USA.
Alles in allem ein wunderbares Buch, in das man immer mal wieder reinschauen kann und welches uns vergangene Zeiten intensiv veranschaulicht. Schönen Sonntag wünsche ich Euch allen.

Samstag, 28. November 2009

Melanzane Parmigiana - in die Hose gegangen

Neulich wollte ich nach langer Zeit 'mal wieder Melanzane Parmigiana machen. Ich esse das sehr gerne, aber es ist mir meist zu zeitaufwändig. Also überlegte ich mir eine Abkürzung und dachte, dass ich damit gewissermassen den Stein der Weisen gefunden hätte - konnte mir ein breites Grinsen überhaupt nicht verkneifen.
Die Küchemaschine musste die Antwort sein. Nacheinander blitzte ich 1 Dose Tomatenstücke, 3 Tomaten, 1 EL Balsamico, 1 Chilischote, 2 Knofizehen, ein Bund Basilikum, 3 Anchovisfilets, Salz und Pfeffer und ein paar Frühlingszwiebeln, abgeschmeckt ergab das eine leckere kalte Tomatensauce.
Eine Aubergine habe ich in feine Scheiben geschnitten und diese auf dem Olivenölspray eingesprühten Griddle des Rangemasters gebraten, bis sie eine schöne Farbe hatten.

Dann wurden die Auberginenscheiben abwechselnd mit der Tomatensauce, geriebenem Parmesankäse und Mozzarellastückchen geschichtet und bei 220 Grad in den Ofen geschoben.

Ihr könnt Euch sicher schon vorstellen, was passierte - ich hatte eine nette Melanzane Parmigiana Suppe - lecker war sie, aber die Konsistenz hat mich überhaupt nicht zufrieden gestellt. Ich war froh, dass ich das nur für mich gekocht hatte und nicht Gästen anbieten wollte.
Was lernen wir daraus: Sauce lange dicklich einkochen - nicht cleverer als alle anderen sein wollen und natürlich weiter neugierig sein und neue Dinge ausprobieren - get cooking!!!!

Freitag, 27. November 2009

Whisky MacDonald - Whisky Mac - Tonikum für rauhe Winternächte

Der Whisky MacDonald - oder verkürzt einfach Whisky Mac besteht zu gleichen Teilen aus schottischem Whisky und Ginger Wine (Ingwerwein). Er kann wahlweise mit Eis oder auch ohne getrunken werden. Aufgegossen mit heissem Wasser verbreitet er Behaglichkeit bei Erkältungskrankheiten.
Ingwerwein wurde ursprünglich in Apotheken gegen allerlei Erkrankungen und als Tonicum verkauft. Offenbar wussten unsere Vorfahren schon genau um die heilende Wirkung des Ingwer, eine Tatsache, die heute wieder als neue Entdeckungen gefeiert wird.

Wenn das Wetter draussen rauh ist, muss man es sich abends so gemütlich wie möglich machen, da kommt ein Seelenwärmer wie der Whisky Mac gerade richtig.
Wir haben einen Blended Scotch Whisky - Whyte & Mackay genommen, denn wenn man mischt, wäre ein Single Malt pure Verschwendung.

Donnerstag, 26. November 2009

Moules Frites

Wer hat's erfunden? Die Schweizer sicher nicht! Dieses Gericht wird in Frankreich, Belgien und Holland gleichermassen gerne gegessen. Auch bei uns im Rheinland sind Miesmuscheln im Herbst eine Spezialität, die man in vielen Restaurants angeboten bekommt, allerdings ist die traditionelle Beilage hier Schwarzbrot und Rübenkraut. Nun fragt man sich vielleicht, wie kommt die Muschel ins Rheinland - ganz einfach, auf dem Rhein. Die Rheinschiffer brachten sie, dann immer noch einigermassen frisch, auf ihren Schiffen mit. Ich schätze mal, die Tradition diese mit Fritten zu essen, kommt doch aus Belgien - denn dort wird einem diese Combo in wirklich hervorragender Qualität geboten. Und fette Mayonnaise gehört natürlich unbedingt dazu :o))
Bei mir in den grossen Topf kamen, eine Stange Lauch, in Scheiben geschnitten, etwas Petersilie, Thymian, zwei Knofizehen auch in Scheibchen geschnitten. Als Gewürze Piment, Wacholder und Lorbeer. Diese Zutaten kurz anschwitzen, mit einem Schuss trockenem Martini (Sherry geht auch) ablöschen und mit 250ml Fischbrühe aufgiessen. Das Ganze ca 10 Minuten zugedeckt gut durchwallen lassen. Nun für zwei Personen ein gutes Kilo geputzte Muscheln zugeben und bei grosser Hitze zugedeckt 3-5 Minuten garen lassen. Den Topf immer mal wieder schütteln, wenn alle Muscheln offen sind, ist das Gericht fertig.
Ich hatte mich entschieden die Frites nach dem Rezept von Aurelie auszuprobieren - und ich muss sagen, sie haben wunderbar geklappt - leider habe ich vergessen ein Foto zu machen :o(
Muschelessen, da es überwiegend mit den Händen passiert, ist 'messy', daher gehören unbedingt auch Fingerschalen auf den Tisch. Hierfür ein paar Scheiben Zitrone mit warmem Wasser in eine Schüssel geben.

Mittwoch, 25. November 2009

Cottage Pie - Diätversion

Das mit der Diät läuft soweit ganz gut - ist halt eine langfristige Sache, bei meiner Rettungsringgrösse..... seufz. Am Wochenende habe ich Cottage Pie auf Vorrat gemacht, damit ich nicht auf die Supermarktware zurückgreifen muss. Wie uns allen bekannt sein dürfte, um ein Gericht 'abzuspecken' gilt es möglichst viel Füllstoff in Form von Gemüse einzubauen, dann noch das Fleisch gegen eine sehr fettarme Variante oder Quorn ausgetauscht und schon geht die Post ab. Für 4 Portionen braucht man:
500g Putengehacktes
200g Champignons, in feine Würfel geschnitten
1 EL Tomatenmark
1 TL getrocknete Steinpilze, eingeweicht
2 Zwiebeln, in Stückchen geschnitten
2 Knofizehen, durchgepresst
200ml Hühnerbrühe
1 TL Paprikapulver
3 Karotten, gerieben
Salz Pfeffer
Speisestärke
Olivenölspray
500g Kartoffeln, geschält mit 500g gelber Rübe, in kleine Stückchen geschnitten
20 Minuten gekocht und mit Milch und Muskatnuss zu einem Kartoffelbrei gestampft. Abkühlen lassen.
Pfanne mit Olivenölspray einsprühen. Zwiebel und Knofi kurz anschwitzen.Das Putenhackfleisch zufügen und gut anbräunen.
Zuerst die geraspelten Möhren und dann die Pilze zugeben.
Mit Salz, Pfeffer und Paprikapulver würzen und Tomatenmark zugeben. Gut durchmischen und mit Hühnerbrühe und den Pilzen samt Einweichwasser begiessen. 30 Minuten zugedeckt auf kleiner Flamme köcheln lassen. Mit etwas Speisestärke andicken und abkühlen lassen. Nun die Masse gleichmässig in 4 Aluformen verteilen.
Mit dem Kartoffel/gelbe Rübenbrei abdecken und dünn mit Parmesan bestreuen. Gut verpackt ab in die TK. Gefroren bei 200 Grad in den Backofen geben und 45 - 50 Minuten backen lassen, bis alles schön heiss ist.

Dienstag, 24. November 2009

Lunch-Tortilla

Hier ist Sturm und Regen schon seit Tagen oder sogar Wochen. Ich habe irgendwo gelesen, dass in Frankreich ein Mann mildernde Umstände bekommt, wenn er nach fünf Tagen Mistral Winterwind seine Frau ermordet...... Mal sehen, was hier noch passiert - es nervt jedenfalls ganz gewaltig. Im Büro war die Heizung wohl auch den allerseits angewandten Sparmassnahmen zum Opfer gefallen, jedenfalls musste zum Lunch etwas Herzerwärmendes geliefert werden.
Im Kühlschrank befanden sich noch ein paar gekochte Kartoffeln, diese pellen und in Scheiben schneiden. Mit 4 kleingeschnittenen Frühlingszwiebeln, einer roten Chilli und einer in Streifen geschnittenen Scheibe Kochschinken in etwas Olivenölspray anbraten. Zwei Eier mit etwas Milch verquirlen, salzen und pfeffern und darüber geben. Stocken lassen. Nun mit 2-3 Scheiben Mozzarella belegen und unter dem Grill bräunen. Leckerchen!

Montag, 23. November 2009

Boeuf Bourguignon

Beim Metzger meines Vertrauens (Clays in Buckingham) hatten wir 1 kg Beef Shin erstanden. Shin (Vorderbein) ist ein vergleichsweise günstiges Stück, welches ziemlich durchwachsen ist. Beim langsamen Kochen löst sich die Gelatine und dickt die Sauce an. Das Fleisch ist äusserst geschmackvoll - wer es noch nicht probiert hat, unbedingt versuchen!!!
Boeuf Bourguignon (oder schlicht und einfach Rind in Rotweinsauce) sollte es werden.
Boeuf Bourguignon ist ein Gericht der ländlichen Küche, welches es bis in die Sternerestaurants geschafft hat. Nicht unschuldig daran ist zum einen Auguste Escoffier, aber zu einem durchaus wesentlichen Teil auch Julia Child, die legendäre Köchin aus den USA (neulich zu sehen im Film Julie & Julia), die dieses Gericht einer breiteren Audience bekannt machte.
Das kommt bei mir rein und reicht für 4 (gefrässige) Personen:
2 Karotten, fein geschnitten
1 Zwiebel, in feine Stückchen geschnitten
1kg Rindfleisch, aus dem Vorderbein (Beef Shin)- heisst offenbar Hesse in Deutschland (?)
2 EL Mehl
Olivenöl
250ml Rotwein (am besten Burgunder - sonst passt der Name nicht)
200ml Rindfleischfond
1 EL Tomatenpuree
1 Knofizehe, gepresst
200g Champignons, kleingeschnitten
500g Baby Zwiebeln
Bouquet Garni
Salz + Pfeffer
Ofen auf 220 Grad vorheizen. In einer gusseisernen Casserole die Zwiebel und die Karottenstückchen in Olivenöl anschwitzen. Nach ein paar Minuten das Fleisch zum Anbräunen zugeben. Wenn es runherum gebräunt ist 2 EL Mehl darüberstreuen und gut verteilen. Nun die Casserole 10-15 Minuten in den Ofen schieben und das Mehl bräunen lassen.
In der Zwischenzeit den Wein mit dem Rinderfond mischen und etwas einreduzieren. Casserole aus dem Ofen nehmen und Wein-Fond-Mischung zugeben. Eine Knoblauchzehe und einen EL Tomatenmark sowie das schon gestern angesprochene Bouquet Garni zugeben. Den Ofen auf 170 Grad herunterschalten und die Casserole 2 - 2,5 Std offen garen lassen.
In der Zwischenzeit in einem Topf die Babyzwiebeln in Olivenöl gleichmässig von allen Seiten bräunen. 100ml Rinderfonds zugeben und auf kleiner Flamme 20 Minuten köcheln lassen.
Die vorbereiteten Pilze in einer Pfanne in etwas Butter braten. Babyzwiebeln und Pilze vor dem Servieren unter das Boeuf Bourguignon mischen.
In manchen Rezepten wird auch noch die Zugabe von Lardons (Pancetta Cubes) vorgeschlagen. Das kann man machen, ich habe diese hier weggelassen, da ich den Eigengeschmack des Rindfleisches mit den Gemüsezutaten schmecken wollte. Ich bin der Ansicht, dass der doch ziemlich dominante Speckgeschmack diesen nur überlagert hätte. Bleibt nur noch zu erwähnen, dass es allen sehr sehr gut geschmeckt hat :o))

Sonntag, 22. November 2009

Bouquet Garni

Ein Bouquet Garni ist eine geniale Idee der Franzosen. Man bindet die Gewürze und Kräuter, die man in einem Gericht verwenden will einfach zusammen - das erspart lästiges und zeitraubendes Herausfischen später. Was gehört in ein Bouquet Garni - das bleibt dem Koch oder der Köchin überlassen. Traditionell Lorbeer, Kräuter (hier waren es Petersilie und Thymian) , Sellerie, Piment, Wacholder, getrocknete Pilze und was einem sonst noch so einfällt. Verpacken lässt sich das Ganze gut in einer Lage Poree.

Möglich ist es auch die Zutaten für das Bouquet Garni in ein Musselinsäckchen zu geben oder vielleicht ein Tee-Ei. Ich hatte keines dieser Sachen zur Hand, daher habe ich ein Poree-Päckchen gebastelt - an der Verschnürungstechnik muss ich aber noch etwas arbeiten :o))

Samstag, 21. November 2009

Madeleines

Heute kam die neue Silikon Madeleine Form zum Einsatz. Das Rezept für die Madeleines stammt aus dem Kochbuch "French Odyssey von Rick Stein. Rick Stein dürfte dem einen oder anderen aus Padstow in Cornwall bekannt sein. Er setzte sich schon früh für heimischen Fisch und einwandfreie Herkunft der Produkte ein.
French Odyssey gehört zu meinen Lieblingskochbüchern, weil es so schön fotografiert ist und auch weil die TV Serie dazu so toll gefilmt und informativ war.
Für die Madeleines:
3 mittelgrosse freilaufende Eier
100g feiner Zucker
Schale einer Zitrone
100g Mehl, gesiebt
1 TL Backpulver
100g Butter, flüssig
1 EL flüssiger Honig
Die Eier mit dem Zucker cremig aufschlagen, Zitronenschale zugeben. Langsam das Mehl mit dem Backpulver untermischen. Zum Schluss die flüssige Butter und den Honig unterrühren. Teig 15 Minuten in den Kühlschrank stellen, damit er etwas andickt.
Wenn man keine Silikon-Madeleine-Form hat, die Blechform mit flüssiger Butter ausstreichen und mit Mehl bestauben. Nun den Teig ca. 2/3 voll in die Förmchen geben und bei 190 Grad 10 Minuten backen. Fertige Madeleines auf einem Kuchengitter auskühlen lassen. Die Menge ergibt etwa 20 Stück.


Zu den Madeleines serviert Rick Stein Aprikosenkompott. Ich hatte leider keine frischen Aprikosen, daher habe ich Dosenfrüchte mit Vanillezucker, Grand Marnier und Zimt aromatisiert und dazu serviert.