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Sonntag, 22. April 2012

Earl Grey Tea Loaf aus Jamie's Great Britain

Mit Spannung habe ich die Serie 'Jamie's Britain' verfolgt und mir dann sogleich auch das Kochbuch gekauft. Ich bin bekennender Jamie-Fan, da habe ich ja schon oft geschildert. Dieses Buch ist etwas anders, denn obwohl es im patriotischen Einband daher kommt, findet man darin kaum die normalen Traditionsrezepte. Jamie hat sich vielmehr auf den Weg gemacht herauszufinden was tatsächlich in Grossbritannien heutzutage auf den Tisch kommt. Weiterhin erzählt er uns Geschichten zu den Rezeptursprüngen. Er zeigt uns unsere moderne, multikulturelle Gesellschaft wie sie kocht und lebt.
Seit ich das Rezept für den Earl Grey Tea Loaf gelesen habe, liess es mich nicht mehr los. Ich lebe ja schon einige Jahre hier auf der Insel und habe mich der hiesigen Liebe für Kuchen aus Trockenfrüchten angeschlossen, kann heute kaum verstehen, warum man in Deutschland darüber nicht genauso denkt. Diese Kuchen haben etwas mittelalterliches, es kommen viele, und vor allem gute Zutaten und Gewürze hinein. Man kann sich sehr gut vorstellen mit Elisabeth I oder Henry VIII am Tisch zu sitzen, sie würden genau diese Kuchen (minus den Earl Grey Tea natürlich - zu der Zeit wurden die Früchte wohl eher in Brandy eingeweicht - das geht heute noch genausogut!!!) gegessen haben.
Diesen Kuchen fängt man besser schon am Vortag an. 400g Trockenfrüchte (was man so da hat, bei mir waren es Cranberries, Sultanien, Korinthen, kandierter Ingwer und einige getrocknete Feigen in kleine Stücke geschnitten) und der Abrieb einer Zitrone werden in einen Tee, der aus vier Earl Grey Teebeuteln in 300ml kochendem Wasser hergestellt wird, eingeweicht. Die Mischung wird über Nacht stehen gelassen, die Früchte nehmen den Tee weitgehend auf. Am nächsten Tag habe ich ein Ei in Mr Ken Wood gegeben, dieses wurde mit 200g feinem Zucker aufgeschlagen. Dazu kam der Saft einer Orange (bei mir war es eine Zitrone, da ich vergessen hatte die Orange auf Hubby's Shopping List zu setzen), dazu kommen 400g Self Raising Flour (Mehl mit Backpulver schon drin), 1/2 Muskatnuss gerieben und 1 TL gemischtes Gewürz (entspricht in etwa Lebkuchengewürz ist allerdings nicht so zimtlastig). Dies alles vermischen, der Teig wird eher krümelig, dann die Trockenfrüchte mit restlicher Flüssigkeit unterheben, das geht am besten mit einem Holzlöffel.
Eine Brotkastenform (neu - ist sie nicht hübsch?) mit Backpapier auskleiden und den Ofen auf 180 Grad vorheizen. Die Mischung in die Form füllen und 1 Std 10 Min backen lassen.
In der Zwischenzeit den Teesirup bereiten. Aus 200ml Wasser, 100g Zucker, zwei Earl Grey Teebeuteln, dem Saft und Abrieb einer Zitrone einen Sirup einkochen. Das dauert ca. 10- 15 Minuten. Wenn der Kuchen aus dem Ofen kommt mit einem Holzstab mehrfach einstecken und mit dem Sirup tränken. Dabei wird nicht aller Sirup aufgebraucht, den Rest kann man dann zum Kuchen reichen. So und nun aufgepasst, diesen Kuchen gibt es nicht zum Nachmittagskaffee, er wird mit Butter und einem herzhaften Käse als 'After Dinner Treat' gegessen, dazu reicht man Tee oder auch einen Dessertwein.
Ich bitte Euch an dieser Stelle: 'Give Fruit Cake a Chance', er ist voller natürlicher Inhaltsstoffe, einfach in der Herstellung, hält sich ewig und verdient ganz sicher einen Platz in Euren Herzen. Er passt halt nur nicht auf die herkömmliche Nachmittagskaffeetafel.

Kommentare:

Kaoskoch hat gesagt…

Das sieht gut aus und kam gerade auf meine Nachkochliste! Trockenfrüchte mag ich auch nicht sooo gerne, da bin ich wohl sehr deutsch ;o) Der Rest der Familie isst sie allerdings gerne.

Meggie hat gesagt…

Hi Gudrun,
also, fruitcake hat bei mir definitv eine chance!! Das mit dem Dessertwein
erinnert mich irgendwie an Panettone, dem Weihnachtskuchen aus Italien,der ja auch mit süßem Wein beträufelt und gereicht wird. Es ist allerdings Hefeteig.
Ich überlege, ob Dein Früchtekuchen mir nicht besser mit in Brandy oder so eingelegt, nicht besser gefallen würde ;-)
Obwohl wir Captain Picard von der "Enterprise" sehr lieben, Earl Grey ist nicht unseres!Wir haben hier viel zu hartes Wasser und so schmeckt er grauenhaft. Wir können hier nur Darjeeling trinken. Neuerdings trinke ich den sogar mit ein bißchen Milch.
(spart Zucker)very british ;-)
Ich wünsche Dir einen schönen
Sonntag mit dem leckeren fruit cake!

Liebe Grüße aus Norddeutschland
Meggie
PS. Ich hoffe, es geht Dir besser!!

Woolly Bits hat gesagt…

das problem ist, dass hier 2 von 3 leuten keine rosinen moegen:) aber ich werde trotzdem mal nach dem buch ausschau halten....

Frauke hat gesagt…

oh das rezept kommt nicht nur in meine Sammlung sondern wird nachgebacken!
und ich liebe earl grey tea und das ist eine schöne variante statt Brandy!!
dabke für diesen schönen leckeren Blog
Frauke

Island Girl hat gesagt…

Hallo liebe Leser, danke, dass Ihr dem Fruchtkuchen eine Chance geben wollt. LG
Gudrun

woszumessn hat gesagt…

Ich habs schon wieder getan und was von dir nachgebacken:) Der Fruit Cake ist echt super geworden. Mit Käse und Co. einfach göttlich. Auch mit Geräuchertem und hartgekochtem Ei saulecker!
Viiielen Dank für das geniale Rezept:)
Liebe Grüße,
Sabine

Ach ja, der Link: http://woszumessn.blogspot.de/2013/10/fruit-cake-very-british.html