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Samstag, 17. August 2013

Grand Union Canal

Zum Wochenende ein paar Bilder vom Grand Union Canal. Wie vielleicht bekannt, gibt es in England ein weites Kanalnetzwerk. Diese Kanäle sind ein Überbleibsel der industriellen Revolution, stellten sie doch das erste große Transportsystem noch vor dem Bau von Eisenbahnen oder gar Autobahnen hierzulande dar.
Bis in die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts wurden noch vereinzelt Waren auf den Kanälen bewegt, heutzutage sind sie allerdings komplett den Freizeitkapitänen  überlassen. Auf dem Kanal fahren sogenannte 'Narrow Boats', weil viel Platz ist dort - und vor allem in den Schleusen (Locks genannt) - nicht. Früher wurden die Boote von stämmigen Pferden gezogen, daher herrscht auch heute noch auf den Kanälen eine strikte Geschwindigkeitsbegrenzung von 4mph (das sind 6 kmh), was ungefähr der Laufgeschwindigkeit der Pferde und Führer entspricht.
Viele Boote sind zu festen Wohnsitzen umgebaut und auf dem Kanal herrscht eine herzliche, freundliche Atmosphäre, da gibt es viel Hallo und es wird gewunken, geangelt oder auch gerudert. So manche Hundeschnauze reckt sich in den Fahrtwind.
Beschaulich zieht die Umwelt vorbei, Boote können für Touren, Parties und auch ganze Urlaube gemietet werden. Meine Stadt liegt am Grand Union Canal, der erstreckt sich zwischen Birmingham und London und war gewissermaßen die Hauptschlagader des britischen Kanalsystems.
Das Wasser ist nicht tief und auch nicht klar - Kanal eben! Trotzdem gibt es eine Vielzahl von Tieren und Pflanzen, die sich dort angesiedelt haben.
Alte Warenhäuser wurden renoviert oder neue Wohnungen gebaut. Es gibt immer etwas zu sehen, 'down by the canal'.
Auch Kunst findet reichlich Platz..... hier ein Wandgemälde, das die ehemalige Bedeutung der Wolverton Rail Works widerspiegeln soll. Leider kaum noch etwas übrig heutzutage, nur die Bausubstanz steht und wird langsam in exklusive Wohnungen oder Supermärkte umgewandelt. Bis vor ein paar Jahren wurde hier noch der jeweilige 'Royal Train' beherbergt. Wenn der regierende Monarch reisen wollte, wurde der Zug herausgeputzt und fuhr nach London.

An vielen Stellen findet man sich wirklich total abseits des Trubels der zum Beispiel bei den Locks und Wharfs herrscht, da ist man eins mit der Natur.




So mancher Anwohner hat sich seinen eigenen 'secret garden' mit privater Anlegestelle angelegt.

Kommentare:

magentratzerl hat gesagt…

Schöne Fotos hast Du da gemacht! Ich kenne diese Hausboote aus Cambridge und mag die Athmosphäre sehr. Danke für's Erinnern!

Island Girl hat gesagt…

Hallo Susanne, auch fuer uns war es eine voellig neue Sichtweise der uns umgebenden Landschaft. LG Gudrun