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Mittwoch, 5. März 2014

Peanuts?

Der Arbeitsmarkt auf der Insel ist ziemlich in Bewegung, gerade in meiner Stadt tut sich da Einiges.  Hier sind die UK-Hauptniederlassungen vieler deutscher Firmen. Da ergibt sich wie von selbst die Notwendigkeit von 'Contact Centres' (wahlweise auch gerne mit Attributen wie: 'Excellence' geschmückt), so nennen sich die altbekannten 'Call Centres' nun auf  neumodisch. Dem deutschen Kunden ist es meist nicht bewusst, dass er beim Anwählen einer deutschen Nummer sofort auf die Insel durchgeschaltet wird. Wie ist das nun möglich, fragt sich der interessierte Kunde? Das 'einfachere' britische Arbeitsrecht, die niedrigen Löhne, die 'captive audience' der deutschen Expats, alle diese Faktoren machen es möglich, dass Subunternehmer (neudeutsch: Managed Services) noch einen schnellen Euro - Entschuldigung -  Dollar ist da wirklich korrekter - denn diese Unternehmen kommen allesamt aus den US of A, verdienen können. 
Ich habe mich immer schon gefragt, wie es sein kann, dass das Zwischenschalten einer zweiten Firma (Subunternehmer), die ja  auch administrativem Aufwand, Direktoren und  HR hat, trotzdem zu einer Einsparung für das beauftragende Unternehmen führen kann??? Das geht doch gar nicht, bzw. wenn es doch geht, dann doch nur, weil irgendwo Dinge nicht so gemacht werden, wie sie es sollten! Da werden Leute ohne Ausbildung in verantwortliche Positionen gesetzt, da wird nur das essentielle Minimum gezahlt, Sozialleistungen für die Mitarbeiter sind stark eingeschränkt, da wird schon 'mal auf eine wichtige Inspektion verzichtet, man beschäftigt vielleicht nur eine Person, obwohl zwei den Job machen sollten. 'Cutting Corners' nennt man das hier so nett - Ausbeutung wäre ein anderes Wort das mir dazu einfallen würde. Und so brummt die Service-Industrie auf der Insel munter weiter, und der Nachschub für diese Service-Jobs kommt mittlerweile aus ganz Europa. 

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