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Mittwoch, 27. August 2014

Am Grand Union Canal und Quarkhörnchen, Rugelach oder auch Rogaliki - oder wie sie sonst noch heissen

Heute kommt eine etwas längere Fotostrecke, ich hoffe es gefällt! Ausserdem nochmals das Rezept für die Quarkhörnchen meiner Oma Anna, die sich einer breit angelegten Tradition erfreuen, sind sie doch unter verschiedenen Namen an vielen Orten bekannt, Rugelach in jiddisch, Rogaliki in der slavischen Version. Der Teig besteht nur aus drei gleichen Teilen Butter, Quark und Mehl, mehr nicht! Da braucht es keinen Aufwand und keine Küchengeräte, das lässt mich darauf schließen, dass dieses Rezept schon lange existiert und weitergegeben wurde.
Sonntag, als die Sonne noch schien, als sich noch nicht das Grau in Grau dieser letzten beiden Regentage auf uns herabgesenkt hatte, radelten wir zum Grand Union Canal. Dieser Kanal stellte am Anfang des Industriezeitalters einen wichtigen Transportweg auf der Insel dar. Von der reinen Industrienutzung ist er nun ausschließlich als Freizeiteinrichtung in Gebrauch, und das gar nicht wenig, ich denke der Betrieb, der heute dort herrscht ist durchaus vergleichbar mit dem Betrieb der dort zu Hochzeiten der gewerblichen Nutzung herrschte. Oben im Bild das Cosgrove Iron Trunk Aqueduct. Mehr als 200 Jahre alt, erfüllt es weiter tapfer seinen Zweck. Dieses Aquädukt führt den Grand Union Canal in 18 Metern Höhe über den Fluss Great Ouse.
 Dies ist der Fluss Great Ouse.
 Dies ist der Grand Union Canal.
 Hier ein Blick in die weitere Umgebung vom Aquädukt.
In diesem Bild kann man die Wasserführung über den Fluss sehen, einen schmalen Weg, früher für die Pferde, heute für uns Ausflügler, gibt es nur auf einer Seite.
 Nochmals der Blick auf den Kanal auf dem Aquädukt.
Wartende Boote an der Schleuse Cosgrove. Frühstücksduft zog durch die Luft, Bacon Sandwiches, frischer Kaffee und Holzfeuer (viele Boote haben noch einen Holzofen) mmmmhhh.
Immer wieder faszinierend, wie gut diese Schleusentore und deren einfache Mechanik nach so einer langen Zeit noch funktionieren. Langsam und beschaulich geht es zu, zwei der schmalen 'Narrow Boats' passen maximal in einen Schleusendurchgang. Alles wird von Hand gekurbelt, einen Schleusenwärter, der nur auf den Knopf drückt, gibt es nicht.
Der Kanal stammt noch aus einer Zeit, in der man Industriebauten durchaus auch ästhetisch ansprechend gestaltete.
Malerisch ruhig an diesem Morgen, links kann man den Treidelpfad gerade noch so erkennen, es war stellenweise schwierig auf dem Fahrrad, es musste an manchen Stellen auch geschoben werden. Da hat sich in den Jahrhunderten nichts verändert, nur die Pferde fehlen!
Dafür gibt es andere neugierige Anrainer, die sich auch 'mal ein Schlückchen des brackigen Wassers genehmigen.
Nun aber zurück zu den Quarkhörnchen, den vorbereiteten Teig lässt man am besten einige Stunden ruhen, besser noch über Nacht ruhen. Zurück vom Radeln, geht dann alles blitzschnell.
Den Teig einigermaßen gleichmäßig dünn ausrollen und in Dreiecke ausradeln. Diese mit je einen TL Marmelade, Oma Anna nahm Pflaume, ich habe diesemal Blaubeere genommen, und mit je einem Stückchen weisser Schoki belegen - den Trick kannte Oma Anna noch nicht, der kommt von Küchenschabe! Die Seiten des Dreiecks etwas anfeuchten und zum Hörnchen einrollen.
Das ging auch schon 'mal besser - sie sehen ein bisschen 'individuell' aus. Bei 180 Grad ca. 20 Minuten backen. Schmecken einfach göttlich!

1 Kommentar:

Miz Threefivesix hat gesagt…

Wieder mal traumhaft schöne Bilder aus dem geliebten England! Und dazu ein Rezept, das bei mir Erinnerungen weckt an das wunderbare Café Mozart bei der Hampstead Heath, das jetzt leider so nicht mehr existiert. Die Besitzerin war Österreicherin und machte selber Rogalach und Linzer Torte...Ich werd's ausprobieren.