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Mittwoch, 24. Dezember 2014

Und plötzlich ist Weihnachten dann da......



Lange habe ich keinen Post mehr geschrieben und nur auf Instagram kann man sehen, dass ich nicht untergetaucht bin, sondern durchaus die weihnachtlichen 'must dos' abarbeite. Ich bin cool, kein Stress, denn meine Weihnachtspakete zu den Lieben  über den Kanal wurden schon in der ersten und zweiten Dezemberwoche verschickt und sind schon lange angekommen.
Dies ist der erste Weihnachtsbaum von Carl und Tanja in Wien


Unser Baum steht seit dem 5. Dezember und Haus und Garten sind abends festlich beleuchtet. Da hat es gestern Abend um 21 Uhr sogar die lokalen 'Carol Singers' an die Türe gebracht. Schön haben sie das Lied 'The First Noel' - eines der schönsten englischsprachigen Carols - gesungen.



Die Weihnachtsplätzchen-Manie hat glücklicher traurigerweise diese Ufer bisher nicht erreicht. Es wird kaum erwartet, dass man Hausgebackenes produziert. Normalerweise backe ich Mince Pies wie hier, oder Christmas Cake so wie hier, dieses Jahr habe ich das nicht gemacht. So ganz ohne Druck backte ich doch einen relaxten Stollen. Inspiriert durch die ganzen deutschen Blogbeiträge im Net packte es mich letzte Woche wieder und ich machte (zum allerersten Mal) Pfeffernüsse.
Beide Rezepte wählte ich gedanklich für meine Familie aus. Ich bin ja das Produkt einer 'Mischehe', jedenfalls sehen meine Eltern das so. Meine Mutter, hardcore Protestantin aus Thüringen - vielleicht spukt Martin Luther sogar durch ihre Ahnengallerie, wer weiss das schon? - hat da so ihre eigenen Vorstellungen. Sagen wir es so, sie fühlt sich immer noch sehr nahe dran! Der Stollen (selbstverständlich mit Kreuzzeichen gebacken) symbolisiert im dortigen Stollenland das eingewickelte Jesuskind - klar, man kann nicht einfach einen festliches Rosinenbrot geniessen, um sich nicht schuldig zu fühlen, muss es gleich das Jesuskind symbolisieren! 
Mein Vater kommt aus der mennonitischen Freikirche, diese Ecke des protestantischen Spektrums ist auch nicht weniger davon überzeugt, den einzig richtigen Draht nach 'oben' zu haben, allerdings in der Ausübung wesentlich karger und noch weniger spaß- oder lustorientiert.... so sind sich meine Eltern dann auch meist uneins, was die Einhaltung ihrer 'Glaubensregeln' angeht. Aus meiner Sicht kann ich nur sagen, wir Kinder haben im Elternhaus die volle Gewalt des Protestantismus abgekriegt - und das obwohl (oder vielleicht gerade deswegen?) wir in einer vorwiegend katholischen Gegend aufgewachsen sind. Das war nicht so einfach und klar wird mir das erst, seit ich auf dieser 'heidnischen' Insel (Zur Erklärung: In Großbritannien gehören prozentual deutlich weniger Menschen einer Kirche an bzw. praktizieren eine Religion als z.B. in Deutschland oder Frankreich) lebe. Die Pfeffernüsse haben die besagten Mennoniten, die in den Niederlanden gegründet wurden, von dort mitgebracht und an ihren Niederlassungsorten verteilt. So findete man sie heutzutage ganz oft in den 'deutschen' Teilen der USA (Zur Erinnerung: Dreizehn mennonitische Familien aus Krefeld segelten auf der Concord in die USA und gründeten dort Germantown/Philadelphia). 
Mein Rezept geht so:
50g fein gehackte Mandeln, bei mir unabgezogen
200g Honig
100g hellbrauner Muskovadozucker
50g gesalzene Butter, ansonsten eine Prise Salz zufügen
50g Zitronat/Orangeat klein gehackt
350g Mehl, bei mir feines Dinkelmehl
2-3 EL spanischen Brandy (oder Rum)
1 TL Backpulver
Nun die Gewürze:
1 TL gemahlenen Koriander
1 TL gemahlenen Ingwer
1/2 TL gemahlenes Zimt
1/4 TL gemahlene Nelken
1/2 TL gemahlenen schwarzen Pfeffer
1/2 TL Muskatnuss
1/2 TL gemahlenes Kardamom
1/2 TL gemahlene Fenchelsamen
Die trockenen Zutaten gut vermischen. In einem Topf den Zucker, Honig mit Butter schmelzen, Brandy zugeben, mit den trockenen Zutaten vermischen. Zu einer Kugel formen und in Frischhaltefolie im Kühlschrank mindestens über Nacht ruhen lassen, geht auch mehrere Tage. Zum Backen den Teig in Stränge rollen und in kleine Stücke schneiden, jedes Stück zu einer walnussgroßen Kugel rollen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Im auf 180 Grad vorgeheizten Backofen ca. 10 - 12 Minuten abbacken. Die Pfeffernüsse sind zuerst ziemlich hart, werden aber, in einer Dose aufbewahrt, mit der Zeit weicher. Wer mag kann sie noch mit Puderzuckerguss überziehen, oder Schoki geht auch.
Also, liebe Leser und insbesondere liebe Familie und liebe Freunde - Frohe Weihnachten und ein gutes Neues Jahr 2015.
Und wenn Ihr alles gut vorbereitet habt, dann könnt Ihr Euch jetzt zurücklehnen und entspannen! Stresst Euch nicht mehr und lasst nur die positive Gedanken rein! Ich bügle noch ein bisschen und dann geht es abends zum Thai :o))

Kommentare:

Miz Threefivesix hat gesagt…

Lustig - die einzigen Lebkuchen habe ich dieses Jahr bei dir und bei Daniel Etherington von "Bread, Cakes And Ale" gesehen. Du bist ja sehr entspannt! Ich hab dieses Jahr auch nur eine Sorte Plätzchen gebacken...dafür viele geschenkt bekommen.
Have a great Christmas and a happy 2015!!

Julia Tieber hat gesagt…

Dir auch FROHE WEIHNACHTEN und einen GUTEN RUTSCH INS NEUE JAHR :)

Liebe Grüße, Julia

Island Girl hat gesagt…

Hallo Ilse, Lebkuchen sind offenbar 'out of fashion', Plaetzchen geschenkt bekommen finde ich super! Alles Gute Gudrun

Island Girl hat gesagt…

Liebe Julia, Danke fuers Lesen und alles Gute fuers Neue Jahr, Gudrun