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Sonntag, 31. August 2008

Kann man Glück messen?


Am Donnerstag las ich auf der BBC Website, dass man durch eine Erhebung festgestellt hat, wo die Menschen im Vereinigten Königreich wohl am glücklichsten sind. Ganz oben auf der Skala kam Powys in Wales heraus.
Ich war vor ein paar Jahren einmal dort und was mir damals auffiel, waren die weiten, leeren Strassen, es gibt keine Drängelei nur ganz viel Landschaft. Hier im Süden Englands leben wir ja in einem Gebiet mit besonders hoher Bevölkerungsdichte - da erscheinen Plätze wie Powys in Wales positiv menschenleer, was man dabei leicht vergisst, ist, dass mit geringerer Bevölkerungsdichte auch eine dünnere Infrastruktur einher geht. Was uns hier selbstverständlich erscheint, Supermärkte, die 24 Stunden offen sind, sind dort eher sparsam oder gar nicht vorhanden. Die Auswahl an Arbeitsplätzen ist in diesen Gebieten naturgemäss auch geringer. Aufgewogen werden diese Nachteile "a slower pace of life", und das ist in unserer hektischen Zeit ein nicht zu unterschätzender Glücks-Faktor.
Den untersten Platz in dieser Liste von 273 Plätzen im Vereinigten Königreich belegte übrigens Edinburgh in Schottland.
Bei mir stellt sich nun die Frage, wie misst man denn eigentlich Glück? Ist es einfach ein Zustand, bei dem man sich nicht unglücklich fühlt? Sicherlich tragen materielle Faktoren, wie ein Dach über dem Kopf, Essen auf dem Tisch und ein sicherer Arbeitsplatz massgebend zum Glücklichsein bei - aber sind es nicht vor allem die zwischen- und mitmenschlichen Bindungen, die unsere Herzen höher schlagen lassen?
Carl Sandberg (ein amerikanischer Lyriker) hat dazu gesagt: "Glück misst man nicht nach der Länge, sondern nach der Tiefe".

Ich schliesse mich dieser Erkenntnis aus vollem Herzen an.

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