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Montag, 15. Dezember 2008

Die Weihnachtsfeier - The Christmas Party


Was man hier unter Christmas Party versteht, lässt sich mit den in Deutschland gemeinhin stattfindenden Weihnachtsfeiern nicht vergleichen.
In meinem Büro z.B. wird seit Wochen über nichts anderes diskutiert, als die Weihnachtsfeier, die am 19 Dezember mittags zwischen 12 und 14 Uhr stattfinden soll. Die Firma spendiert ein Mittagessen und es gibt für jeden eine halbe Flasche Wein (?), klar ist, dass nach 14 Uhr dann nicht mehr gearbeitet wird und meine jüngeren Kollegen werden zuerst im City Centre und dann daheim bei einem Kollegen munter weitersaufen - bis der Arzt kommt! Die Diskussionen der vergangenen Wochen drehten sich dann auch meist darum, wie schlecht es einem von wieviel Alkohol eigentlich werden kann, und ob Taxis dann verpflichtet sind, einen noch zu befördern, wenn man den Mageninhalt zügig aus dem Fenster gespuckt hat.....
Essentiell ist es, dass man für diese Ausschreitungen auch ein neues Party-Outfit hat, so nimmt die Diskussion, was man denn anzieht, besonders bei den Damen einen weiteren hohen Stellenwert ein.
Am vergangenen Samstag fand die Christmas Party von Hubby's Arbeitsstelle statt. Zu diesem Zweck checkten wir in ein nettes (so dachten wir) Hotel mit Leisure Facilities, Man traf sich in Abendgardeobe (Damen LBD - Little Black Dress -, oder im Abendkleid, Herren im Smoking oder zumindest doch im Anzug) um 19 Uhr an der Bar, nach ein paar Drinks, die in Runden nach festen Regeln von den Kollegen ausgegeben wurden, begab man sich ins Speisezimmer. Dort wurde ein vorher ausgesuchtes 3-Gänge Menu serviert. Ich hatte als Vorspeise Entenleberpastete, als Hauptgericht Lachs auf zerstossenen Kartoffeln mit Gemüse und Sauce und als Nachtisch Schokoladenparfait, Hubby hatte Melonenterine, Truthahnroulade und Christmas Pudding. Das Ganze war lauwarm und geschmacklich so lala, auf keinen Fall aber die £36 wert, die es pro Person gekostet hatte.
Zum Abschluss durften Kaffee und die obligatorischen Mince Pies nicht fehlen. Damit wir alle schön in Stimmung kamen, befanden sich auf den Tischen Party Poppers und Christmas Crackers.
Nach dem Dinner wurden die Tische abgeräumt und ein DJ spielte mehr oder weniger lustlos die neuesten und auch alte Hits. Es durfte getanzt werden, bis ca. 0.30 Uhr, dann war Schluss. Wir machten uns gegen 23 Uhr auf den Weg ins Hotelzimmer, der harte Kern hat selbstverständlich an der Bar noch weiter gesoffen .....
Am nächsten Morgen gab es ein Frühstücksbuffet, als ich das probierte, wusste ich, warum die britische Gastronmie allgemein so einen schlechten Ruf hat. Es gab lauwarmen Tee (und auch Kaffee) aus der Thermoskanne (ich meine, wie schwierig ist es eigentlich, einen guten englischen Tee zu machen???), lauwarme Würstchen, lauwarmen Speck, etwas matschiges, nach Karton riechendes, was als Rührei durchgehen sollte und noch andere "Delikatessen". Einfach unglaublich, womit das Personal dieses Hotels durchkam. Das Frühstück schlug mit £13.95 zu Buche, bei Ikea gibt es ein vergleichbares (aber auf jeden Fall warmes) Frühstück für 95 Pence. Wir hingegen frühstückten in einem Hotel der Interconti-Gruppe, da ist m.E. so ein schlechter Standard unakzeptabel. So fuhren wir nach dem Frühstück, einigermassen ungehalten, ob des schlechten Services, wieder nach Hause. Im nächsten Jahr werden wir uns gut überlegen, ob wir an dieser Feier noch einmal teilnehmen.

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