Translate

Mittwoch, 17. Juni 2009

Fund Raising

(Foto Courtesy Macmillan Website)
Heute muss ich mal über eine Eigenheit hier auf der Insel schreiben, das Fund Raising. Es ist bewundernswert, wie viele Menschen sich dem Fund Raising als Vollzeitbeschäftigung verschrieben haben. Woimmer Menschen zusammentreffen, da gibt es Fund Raising. Ich versuche gerade eine deutsche Bezeichnung zu finden, denn Geld für einen guten Zweck sammeln, trifft es nicht wirklich.
Es gibt Coffee Mornings, da lädt man seine Nachbarn zum Kaffee ein und diese Bezahlen dann. Selbstverständlich findet Fund Raising auf allen Arbeitsstellen statt, da bürden sich brave Kollegen Herausvorderungen wie z.B. die Chinesische Mauer auf dem Fahrrad zu erkunden, von der West- zur Ostküste zu wandern, 5 Berge in Wales in einem Nachmittag zu ersteigen oder mit einem zweitakt Motorrad durch Indien zu fahren auf.
Wohltätigkeitsfirmen stellen diese Herausvorderungen zusammen, der Bewerber schickt ein Anmeldeformular und Einschreibegebühr und dann geht es los, er bekommt er eine Sponsorenliste zugeschickt. Mit dieser Liste geht er nun bei Familie, Freunden und Kollegen um einen Einsatz betteln - ein Mindestspendenbetrag ist meist vorgeschrieben, wenn er die Herausvorderung erfolgreich abschliesst, zahlen ihm die Familienmitglieder, Freunde oder Kollegen eine vorher festgesetzte Summe (meist so um die £5). Das Geld geht dann dem Wohltätigen Zweck zu - die Reisekosten nach China, Indien etc trägt der Bewerber natürlich selbst.
Wie sollte es anders sein, auch in unserer Nachbarschaft findet ein alljährliches Fund Raising statt. Wir sammeln für Macmillan Nurses, das sind Krankenschwestern, die bei Krebspatienten eingesetzt werden. Die Aktion heisst "give a Pound and walk a mile" und wird von drei freundlichen Nachbarinnen organisiert.
Samstag trafen wir uns mit 21 Nachbarn und wanderten 1 Meile (zum nächsten Pub- sonst macht es ja keinen Spass), dort war ein Tisch bestellt worden und man ass nett zu Abend, nach dieser langen Wanderung floss der Wein in Strömen und die Hardliner haben bis lange nach Mitternacht Uhr zusammengehockt.
Im Pub wurden noch die dortigen Gäste angesprochen und so stieg der gesammelte Spendenbetrag für den Abend auf £250 an. Wenn man bedenkt, dass jeder, der mitgewandert ist auch ca. £25 im Pub ausgegeben hat, dann hat sich der Abend nicht nur für die Krebsschwestern sonder doch vor allem für den Pub-Landlord gelohnt.
http://www.macmillan.org.uk/ ist eine der Organisationen, die hier auf der Insel Gutes tut. Ich denke, wenn es die zahlreichen unermüdlichen freiwilligen Fund Raiser nicht gäbe, wäre es um das soziale Netz hier sicherlich schlechter bestellt.

Keine Kommentare: