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Montag, 22. Juni 2009

Stachelbeer-Streuselkuchen - Gooseberry-Crumble-Cake

Ich erinnere mich noch sehr gut an den Garten meiner Grossmutter. Er lag in einem kleinen Marktstädtchen in Thüringen. Ihr Garten war Teil des alten Stadtgrabens, ihr Haus ein alter Befestigungsturm. Der Garten ging da er Teil des Stadtgrabens war, am Ende steil eine Böschung hoch.
Was sie in diesen Garten alles hineingepackt hatte, war erstaunlich. Es gab alle Arten von Früchten und Gemüsen, auf der Böschung befand sich das Hühnerhaus und mein Grossvater hatte auch ein Bienenvölkchen und Stallkaninchen dort installiert.
Ich wuchs als Stadtkind im damaligen Westen auf und sehnte mich, solange ich denken kann, nach einem Garten. Die Urlaube bei meinen Grosseltern waren daher für mich immer etwas Besonders, da gab es Freiheit und Abenteuer mit meinen Cousins und wunderbare Produkte aus Wald, Wiese und Garten. Meine Grossmutter verarbeitete die Früchte des Gartens zu Marmeladen, Sirup, welchen wir mit Quellwasser vermischt zum Drust löschen gierig tranken und natürlich zu den verschiedensten Weinen und Schnäpsen. In ihrem Gewölbekeller gluckerten immer irgenwelche Balons, als Kind fand ich das sehr spannend.
In der linken hinteren Ecke des Gartens wuchsen ihre Stachebeerhochstämmchen. Die rotwangigen Stachelbeeren vom Busch zu stibitzen war war ein müssiges Unterfangen. Da wartete man doch lieber auf die herrlichen Kuchen, die mit den Früchten zubereitet wurden. Ich kann mich an einen Kuchen mit einem Vanillepuddingguss erinnern, der schmeckte einfach köstlich.
Ich selbst habe mich nie sonderlich mit Stachelbeeren abgegeben, aber seit ich in England wohne hat sich das gründlich geändert und in diesem Jahr habe ich sogar ein paar Büsche in meinem Garten angepflanzt.
Um die hier Gooseberries genannten Beeren rankt sich ein regelrechter Kult, ohne Stachelbeere ist hier kein Sommer. Die Saison ist kurz und die Verfügbarkeit etwas eingeschränkt, da sich diese Früchte nicht wirklich kommerziell ausbeuten lassen - wg Dornen.
Gestern habe ich meinen derzeitigen Lieblingskuchen gebacken.
200g Selfraising Four (Mehl in dem das Backpulver schon drin ist)
110g gemahlene Mandeln
110g feiner Zucker
0,5 TL gemahlenen Zimt
225g kalte Butter, in Würfel geschnitten
400g Stachelbeeren, gewaschen
1 Vanillezucker

Alle Zutaten bis auf die Stachelbeeren und den Vanillezucker in der Küchenmaschine zu einer Streuselmasse blitzen. Nun die Hälfte dieser Masse auf dem Boden einer 20cm Springform verteilen und andrücken, so dass ein gleichmässiger Boden entsteht. Die Stachebeeren darüber geben und mit dem Vanillezucker bestreuen. Zum Schluss die restlichen Streusel locker auf die Stachelbeeren streuen und bei 170 Grad Umluft oder 190 Grad im herkömmlichen Ofen um die 45 Minuten backen. Schmeckt gut noch lauwarm mit Vanilleeis oder Schlagsahne oder Vanillesauce.

Kommentare:

Bolli's Kitchen hat gesagt…

mag ich total gerne, aber hier in F. kennt man keine Stachelbeeren!

Meine Grossmutter hatte auch Sträuche im Garten....

ingrid hat gesagt…

Herzlichen Dank für diese schöne
Großeltern-Geschichte - und für das Rezept. Auch bei mir ist immer ein Stachelbeerbäumchen im Garten und einige Früchte reifen schon.
Herzliche Grüße auf die Insel
Ingrid

Island Girl hat gesagt…

Hi Bolli
Das wusste ich ja gar nicht, dass man Stachelbeeren in France nicht kennt.... so was, wo man dort doch sonst gastronomisch auf Draht ist...
Hi Ingrid
Ich freue mich, dass Dir mein Blog gefällt. Ich hoffe, dass meine Stachelbeeren im nächsten Jahr auch etwas machen, ich hatte sie erst dieses Jahr gepflanzt.
LG