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Sonntag, 27. September 2009

Sigmund Freud Museum - London

London auf den nicht so ausgetretenen Pfaden bedeutet auch, dass man den weniger bekannten Orten und Geschichten etwas mehr Beachtung schenkt. Etwas weiter ab vom Schuss liegt das Sigmund Freud Museum. Was vielleicht nicht jedem bekannt ist, lebte der berühmte Psychoanalytiker und Wissenschaftler sein letztes Lebensjahr in London.

Nach London war er, der umstrittene, jüdische Wissenschaftler nach dem Anschluss Österreichs vor den Nazis geflüchtet. Schon schwer vom Krebs gezeichnet und 80jährig zog er in das Haus in Nummber 20 Marefield Gardens ein.
Umsorgt von seiner Tochter, seiner Ehefrau und einer treuen Haushälterin versuchte er sich die Heimeligkeit seines Hauses in Wien, welches er nach 47 Jahren verlassen musste, wieder aufzubauen. Im Erdgeschoss des Hauses kann man sein Arbeits/Bücherzimmer bewundern in welchem auch viele Sammlerstücke aus der Antike ausgestellt sind. Die Antike war sein Steckenpferd. Natürlich ist dort auch die berühmte Couch ausgestellt, auf der seine Patienten sich der Psychoanalyse unterzogen.
Es ist seltsam, dass, obwohl er in diesem Haus nur ein Jahr wohnte, es heutzutage der einzige Ort ist, an welchem man auf die Spurensuche nach diesem bedeutenden Mann gehen kann. Sein Haus in der Burggasse in Wien ist zwar heute Museum, aber alle Möbel, Bücher und Familienstücke wurde damals entfernt. Freud's Tochter Anne bewohnte das Haus in Maresfield Gardens noch bis zu ihrem Tod 1982, danach wurde es als Museum allen Interessierten zur Verfügung gestellt.
Was ich bisher nicht wusste, und was aufgrund der kürzlich hier durch die Presse gegangenen Diskussion über aktive Sterbehilfe interessant ist, ist der Fakt dass Sigmund Freud durch Injektionen von seinem Arzt Sterbehilfe erhielt. Das wäre bei der derzeitigen Rechtslage hier momentan einfach undenkbar.

Kommentare:

Amelie hat gesagt…

Man lernt immer wieder dazu. Übrigens ist Sterbehilfe auch hier in Deutschland nicht möglich. Schwieriges Thema.
LG Amelie

Island Girl hat gesagt…

Hallo Amelie
Ja, ich war so überrascht, dass das offenbar 1939 nicht weiter verfolgt wurde, vielleicht im der allgemeinen Krise untergegangen?
LG
Gudrun