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Mittwoch, 28. Oktober 2009

Topinambur Suppe - Jerusalem Artichoke Soup

Beim Deutschlandbesuch bot mir Papa ganz stolz frische Topinambur aus seinem Garten an. Die solle ich mal aufs Allotment pflanzen, meinte er zu mir. Schöne Blumen, so wie Sonnenblumen kämen daraus und die Wurzel könne man im Herbst und Winter essen. Ich fragte ihn, wie er sie denn am liebsten esse, da zuckte er mit den Schultern und meinte, er esse sie nie, das sei mehr Viehfutter, er verkaufe sie manchmal auf dem Flohmarkt - soviel zu diesem Thema von meinem Dad :o)) Hier auf der Insel heissen die Knöllchen, die vom Aussehen an frischen Ingwer erinnern, übrigens Jerusalem Artichokes. Artichokes wohl daher, weil sie geschmacklich sehr an die Artischokenböden erinnern und Jerusalem als Verballhornung des italienischen Wortes für die Pflanze, welches Griasole ist. Ich hatte da mehr die romantische Idee, dass ein Ritter sie, unter Einsatz seines Lebens, eingewickelt in ein Tuch vom Kreuzzug aus dem heiligen Land mitgebracht hatte - da kann man mal wieder sehen, wie schief man mit solchen Vermutungen liegen kann.
Botanisch ist der Name übriges Helianthus tuberosus - nur der Vollständigkeit halber.
Kaufen kann man sie hier für viel Geld in ausgesuchten Supermärkten - ich hatte die Jerusalem Artichokes vor ein paar Jahren schon einmal probiert. Nativ sind die Pflanzen übrigens in Nordarmerika, sie wurden von den USA Ureinwohnern, den Indianerstämmen bereits kultiviert.
Ich habe diesmal Suppe daraus gekocht - Gratin will ich auch demnächst probieren.
Für die Suppe die Knollen gut in warmem Wasser abbürsten, schälen muss man nicht, da die guten Inhaltsstoffe sowieso in der Schale oder direkt darunter zu finden sind, ausserdem ist es recht mühseelig die verwinkelten Knollen zu schälen.
4 - 5 dicke Knollen, in Stücke geschnitten
1 Stange Lauch, in Stücke geschnitten
1 Stange Sellerie, in Stücke geschnitten
1 kräftiger Schuss Shaosingh Wine, oder Sherry
mit Brühe aufgiessen (ich hatte noch frische Lammbrühe) und 20 Minuten auf kleiner Flamme kochen lassen. Mit dem Zauberstab fein pürieren und mit einem EL Senf und Salz und Pfeffer abschmecken. Ein Schuss Sahne zur Abrundung würde sich auch gut machen, auch Trüffelöl unterstreicht den feinen Geschmack.
Auf der Insel wird die Jerusalem Artichoke scherzhaft auch 'Fartichoke' genannt, das bezieht sich auf ihre blähungsfördernden Eigenschaften (Fart = Furz).

Kommentare:

Barbara hat gesagt…

Ich habe die vor 2 Jahren in den Garten gepflanzt, wachsen schön, aber bisher leider ohne eine einzige Blüte... :-(

Gratin habe ich mal nach einem Rezept von Jamie Oliver gemacht, war sehr lecker.

http://barbaras-spielwiese.blogspot.com/2007/11/topinambur-gratin.html

Island Girl hat gesagt…

Hi Barbara,
Mein Dad sagt, dass sie blühen wie verrückt - ich bin mal gespannt. Bisher habe ich sie noch nicht eingebuddelt.
LG