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Dienstag, 24. August 2010

Zeigt her Eure Füsse - nicht schön, aber keltisch

Letzten Samstag waren wir in St Albans, nördlich von London. Wir hatten Besuch von Ron aus Minnesota und zeigten ihm die dortige Kathedrale. Nach der Eroberung Englands durch die Normannen in 1066 gingen diese frisch ans Werk um die einheimische Bevölkerung mit Riesenbauwerken in Erstaunen zu versetzen und damit gefügig zu machen. Ein gigantischer 'Public Spending' Plan wurde in die Tat umgesetzt und Kathedralen in allen wesentlichen Städten gebaut. St Albans war war die zweite Kathedrale (nach Canterbury), die im Jahr 1077 erbaut wurde. Baumaterialen gab es keine, denn Steinbrüche gibt es nicht im Gebiet, also recyclte man kurzerhand die Ruinen der nahegelegenen Römerstadt Verulamium - mehr darüber auf dieser Web-Seite www.stalbansmuseums.org.uk.

Im Bild oben kann man sehen, dass der Turm, einzigartig auf der Insel, aus römischen, flachen Ziegeln hergestellt wurde.Erweiterungen gab es in späteren Jahrunderten auch, denn einige Teile stürzten wegen der schlechten Bauqualität bereits nach 200 Jahren ein. Pfusch am Bau gab es auch damals schon.

Der Eintrit in die Kathedrale sowei die einstündige Führung waren gegen eine Spende erhältlich. Die Dame war sehr informativ und auch unterhaltsam. So lernten wir als Erstes, welcher Bevölkerungsgruppe auf der Insel wir angehörten. Das kann man nämlich an der Fussform - ja unglaublich aber wahr - sehen.
Laut unserer Führung gehört man der Volksgruppe der Kelten an, wenn der grosse Zeh kleiner als die ersten beiden Zehen ist. Wenn der grosse Zeh grösser ist als der zweite Zeh, gehört man der Volksgruppe der Normannen (also der Wikinger) an und wenn die ersten beiden Zehen die gleiche Länge aufweisen, dann ist man Sachse (also Saxon). Hier im Bild, nicht schön, aber keltisch, mein rechter Fuss.
Mit den jeweiligen Volksgruppen sind selbstverständlich bestimmte Eigenschaften verbunden (und hier wird es ein bisschen haarig, erinnert mich fast an Rassegesetze.....). Die Kelten sind offenbar die erstrebenswerteste Gruppe, stellen sie doch die sagenumwobene, kaum mehr aufzufindende 'Urbevölkerung' auf diesen Inseln dar. Ihnen sagt man nach, dass sie feinsinnig, künstlerisch und musisch begabt und vor allem selten sind!! Die Nomannen kommen am zweitbesten weg, sie seien organisatorisch und geschäftstüchtig veranlagt. Für die Saxons bleibt nur noch die 'Arbeiterklasse', ihnen sagt man nach, dass sie die Dinge einfach anpacken und dann durchziehen.
Da es (noch) Sommer ist, und die meisten Leuten in Sandalen unterwegs sind, eröffnen sich mir seit diesen Informationen ganz neue Wege der Unterhaltung. Und wen diese Fuss-Wissenschaft noch weiter interessiert, hier ein Artikel zum Thema.

Kommentare:

Aiko macht sich Gedanken hat gesagt…

Also mein Frauchen meinte vorhin,nachdem wir uns die Pfoten bzw. die Füsse gegenseitig kontrolliert haben;-)) Wir beide - also sie und ich - wir sind die Arbeiter - die Saxonen oder wie die heißen - sehr interessanter Post. Toll - es ist schon so wie ich es immer sage: Bloggen bildet ungemein....Danke!
Wuff und LG
Aiko

Island Girl hat gesagt…

Hallo Aiko,
unsere Katze ist auch Saxon, soviel steht fest, und Hubby ist ein Normanne. Ich frage mich, wieviel Wahrheit in dieser Beobachtung wirklich steckt!!
LG

Frau Spröözeblech hat gesagt…

Hihi, ich finde Deinen Fuß/Deine Zehen ja richtig niedlich. Ich habe Normannen-Füße, schlank, Größe 40. Passen nicht zum Rest von mir. Da schlage ich eher in die Richtung
Brauereipferd.
Ich finde Du hast Glück mit Deinem großen Zeh, mit meinem habe ich mir schon viele Schuhe oben durchgeschrabbt.
Normannische Grüße aus Kölle sendet
Maria das Brauereipferd, was eher zu den Saxons passen würde...