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Freitag, 30. Mai 2014

Weinprobe im Newlodge Vineyard

Es ist vielleicht nicht allgemein bekannt, aber auf der Insel wird durchaus Wein angebaut. Die Römer verbreiteten ihre Weinkultur in allen von ihnen besetzten Gebieten und so auch hier. Im Mittelalter war vielleicht die beste Zeit für Weinanbau und auch das Bierbrauen, denn erstens waren Kaffee und Tee als Frühstücksgetränk noch nicht eingeführt und zweitens waren Wein und  Bier allemal gesünder als das vorhandene (und oft kontaminierte) Trinkwasser.
Der Newlodge Vineyard in Northamptonshire lud zur Weinprobe ein. An einem sonnigens Sonntag fuhren wir hin. Dieses Weingut ist ein tolles Beispiel dafür, dass man auch im Rentenalter seine Träume noch umsetzen kann. Die Eigentümerin, Joyce, heute in ihren Achtzigern, begann erst vor ungefähr 10 Jahren sich ernsthaft dem Weinanbau zu widmen.
Hier im Bild kann man Joyce mit ihren Enkelinnen beim Weinausschank sehen. Persönlich pflanzte sie jeden einzelnen ihrer Weinstöcke und hegt und pflegt sie jeden Tag.
Der Newlodge Vineyard ist Mikro-Weingut - eher ein Insider Tipp - der Verkauf findet nur ab Weingut und auch nur ein paarmal im Jahr statt.  Dennoch gab es für den Sparkeling Wine bereits einige Preise.
Die Weine sind leicht und sehr trinkbar, wie auf der Insel zu erwarten, herrschen Hollunder- und Stachelbeer-Aromen vor.
Das Weingut ist idyllisch in die weitere Landschaft eingebettet. Mir gefällt es ausserordentlich gut, dass sich diese alten Dame, deren Familienwurzeln ganz offensichtlich im Mittelmeerraum liegen, mit dem Weinbau auf der Insel einen Lebenstraum verwirklicht hat.

Montag, 26. Mai 2014

Essen auf Vorrat - Cottage Pie und Chicken Pie aus dem Eis für die Schwiegermutter

Abgenommen hat sie, mindestens vier Kilo, da fühlen wir uns gleich irgendwie schuldig, so wie schlechte Eltern halt! Tests wg Schilddrüse laufen, aber wir wollten gleich etwas dagegen unternehmen, sie ein bisschen 'rausfüttern'. Kohlehydrate müssen her, Kartoffeln, Pasta und Reis murmelte ihre Ärztin. Pasta, empörte sich Schwiegermutter, das ist doch eher Tierfutter....! Wir sprachen von einem Lasagne- oder Pizza-Probierabend, dagegen lässt sich doch kaum etwas einwenden, oder? Aber, da will sie dann doch nicht ran! Traditionelle Küche sollte es sein.
Um wenigstens etwas zu unterstützen, habe ich jeweils vier Portionen 'Cottage Pie' gemacht so wie hier, nur mit Schweinehack (auf ausdrücklichen Wunsch!) und vier Portionoen 'Chicken and Leek Pie' gemacht so wie hier, allerdings ohne Crumble angefertigt. Dabei wurde peinlich genau darauf geachtet, dass weder das von ihr so vehement abgelehnte Rindfleisch noch Pilze Verwendung fanden. Beide Pies wurden mit Kartoffelpüree (Kohlehydrate!) getoppt, dann in unserer TK vorgefroren, mit Kochhinweis versehen und in ihre TK verfrachtet. Weiterhin kam ein kleiner Kastenkuchen mit ins Körbchen. Schwägerin Debbie brachte noch einen Schinken.... da ging es Doris dann auch gleich ein bisschen besser :o), jedenfalls bis zu dem Zeitpunkt als ihr TV ausfiel :o(
Sonntag war es wunderschön, wir machten einen Ausflug zu einem Wasserreservoir hier ganz in der Nähe, ich liebe diese Farben, das Blau des Himmels und wie es sich in der Wasserfläche spiegelt, der Zug der Wolken, das Grün der Wiesen und Wäldchen....
Sind die Wildblumen in diesem Jahr nicht besonders schön? Durch den milden Winter und reichlichen Regen vielleicht?
Wenn ich die Butterblumen (Buttercups) in ihrem perfekten glänzendem Gelb sehe, kommt mir auch gleich immer dieser Song in den Sinn:
 
Und hier wird wieder geruhsam verdaut, what a life!

Samstag, 24. Mai 2014

Apricot Tart - Aprikosenkuchen - Was für eine Woche!

Seit ich diesen Post von Zorra gelesen hatte, war es um mich geschehen, ich wollte Aprikosen!!! Nun ist das hier auf der Insel immer ein Import, denn das Klima lässt den Anbau dieser empfindlichen Obstbäume einfach nicht zu. Für mich ist die Aprikose die Königin (na ja, vielleicht auch eine der Prinzessinnen!) der Früchte - vielseitig einsetzbar und so abgerundet im Geschmack. Die besten kommen aus France, so hat Mutti es mir gesagt, diese waren aus Spanien und auch sehr sehr lecker.
Den Teig habe ich gemacht wie immer, 100g Butter, 200g Mehl, etwas Zucker und ein Eigelb, ggfs etwas Wasser. Etwas ruhen lassen, dann ausrollen in die Form drücken und 12 Minuten blindbacken. Auf dem Teig verteilte ich dann 100g geriebenes Marzipan, also vom Marzipanblock grob geraffelt. Darauf wurden die halbierten und entsteinten Aprikosen gelegt. Den Guss habe ich zubereitet wie dieser Herr, das Programm sah ich letzte Woche und es hat mich sofort angesprochen, französischer Akzent zieht bei mir halt immer.....  Also die Tart zuerst nur mit den Aprikosen 20 Minuten backen, dann den Guss aus einem Ei (und dem Eiweiss vom Teig) und 100ml Double Cream sowie einem EL Zucker zubereiten, den Guss auf die Tart (Tart im Englischen ohne 'e' am Ende) geben und nochmals 10 - 15 Minuten backen. Mit Aprikosenmarmelade glasieren.
Vielen Dank für die lieben Geburtstagswünsche. Ich habe mich sehr gefreut. Hubby hat mir ein iphone geschenkt, und seither arbeite ich mich in die Technologie ein.... jetzt auch auf Instagram, ich bin für Tipps, wie man das interessant gestaltet, sehr aufgeschlossen - her damit!
Reichlich Überstunden gab es auch noch diese Woche, aber nun ist ein langes Wochenende late May Spring Bankholiday - aka Pfingsten auf der Insel - ist wg Fairness immer das letzte Wochenende im Mai - da ist es uns auf der Insel dann auch ganz egal, wann unsere europäischen Nachbarn Pfingsten machen..... Das bringt mich ohne Umschweife zum Thema Wahlen, am vergangenen Donnerstag wurde gewählt, Kommunalwahlen und Europawahl. Da darf ich hier auch mitmachen, man muss mir allerdings einmal erklären, wie es die UKIP Partei auf die erste Stelle auf dem Wahlzettel geschafft hat (ich meine U kommt im Alphabet ziemlich hinten, oder?), jedenfalls hatte die Partei auch reichlich Stimmenzuwachs (igitt!), das erkläre ich mir nur so, dass die meisten Wähler (wie ich auch!) ihre Lesebrille nicht mitgebracht hatten und den 50 cm langen Wahlzettel nicht wirklich in seiner Gesamtheit ausmachen konnten - daher bot es sich dann an, das Kreuz gleich im ersten Feld zu machen, oder wie??? Ich habe etwas Abstand genommen - am langen Arm - und dann ein Kreuz im unteren Drittel des Wahlzettels gemacht..... hoffentlich an der richtigen Stelle, Ihr wisst schon, anti-Fracking und so!
Und falls Ihr Euch fragt: Baby Cakes in der Jam-only Version war für MIL (Mother in Law).

Montag, 19. Mai 2014

Heute habe ich Geburtstag


An einem Montags-Geburtstag, der auch kein runder ist, wird kein großer Aufwand betrieben. Hier auf der Insel sind 'Birthday Gatherings' - wenn überhaupt - eher den runden Geburtstagen vorbehalten. Es ist auch nicht üblich, wie ich das aus Deutschland kenne, dass Freunde einfach zum gratulieren reinschneien (und dann vielleicht noch Verköstigung erwarten!) oder gar das Telefon den ganzen Tag nicht still steht. Vielmehr bekommt man von den Freunden rechtzeitig die (megawichtige!) Geburtstagskarte und dann ist Ruhe. Es bleibt dem Partner oder der unmittlebaren Familie überlassen, den Tag für das Geburtstagskind zu gestalten.
Hier meine neuesten Charity Shop Funde, (ok, manchmal werde ich doch noch schwach - generell geht aber mehr raus aus dem Haus als reinkommt!). Diese musste ich einfach mitnehmen, schon weil ich diesen Blog schreibe... Diese 'Jelly Moulds' sind aus Aluminium und könnten Vorkriegsware sein, beim Einkauf sagte mir der freundliche Mitarbeiter im Charity Shop, dass man die Formen vor dem Einschmelzen für Spitfires bewahrt hätte..... dazu fiel mir natürlich wieder wenig Konversation ein.... Recherche im Internet ergabt, dass die Formen durchaus auch aus den 60ern stammen könnten, womit sie dann wieder perfekt zu meinem Geburtstag passen, denn ich stamme ja auch aus den 60ern.
Nun muss ich nur noch Rezepte finden, ich dachte Panna Cotta vielleicht oder Blancmange (Was ist das eigentlich?), oder ich bringe mir aus Germany Waldmeister-Götterspeise mit??? Was würdet Ihr in diesen Formen machen?
Hier die Napfkuchen-Form meiner Oma Else, fertig gebuttert und bemehlt für den Joghurt-Becher-Kuchen aus dem Buch Nigelissima, den ich schon hier vorgestellt hatte. Wenn man sich genau ans Rezept hält kann man diese Probleme locker vermeiden. Zu sehen auf dem Foto oben, geschmeckt hat jedenfalls er vorzüglich!
Und welche Musik war in den Top Charts vor all diesen Jahren? Den Namen dieses Stückes kannte ich nicht, den Sound aber schon - muss sagen, gefällt mir sogar sehr gut.



Ja, auch mich hat es, nach Jahren der Verweigerung, erwischt, ich habe angefangen Emma Bridgewater Mugs zu sammeln!

Samstag, 17. Mai 2014

Gratinierter Spargel mit Ei - Vorgartenimpressionen

Heute geht es in meinen Vorgarten, der ist nämlich momentan in allerbester Form, ich könnte immerzu nur vor dem Haus sitzen und die Pracht anschauen. Leider tut mein etwas merkwürdiger freundlich, interessierter Nachbar das auch, was mir das Vergnügen dann wieder streitig macht. Immer wenn ich die Haustüre aufmache, ist der Typ von gegenüber schon da und wuselt in seinem Vorgarten oder auf der Straße rum, gerne wässert er diese auch mehrfach am Tag.... seufz!
Sind diese Columbines nicht wunderschön? Schwiegermutter Doris hatte mir die Samen von ihren eigenen Pflanzen gesammelt und in einem Briefumschlag überreicht.
Und hier die Mischung aus Solomons Seal, Columbines und Geranium. Wie die rotblättrige Pflanze heisst, sie blüht gelb, weiss ich nicht mehr, ich hatte sie in einem der 'offenen Gärten' die wir oft an den Wochenenden besuchen, gekauft. Mir sind auch - offengesagt - die Namen der Pflanzen nicht so wichtig, ich gärtnere da eher intuitiv. Unser Vorgarten hatte im letzten Jahr bei den Golden Garden Awards in unserer Stadt den zweiten Preis gemacht, dieses Jahr konnte ich den ersten Preis bereits vor meinem geistigen Auge sehen, aber leider wurde diese so beliebte Aktion wegen Geldmangel eingestellt.... schade, schade, denn gerade so ein Vorgarten-Projekt trägt sicherlich dazu bei, das Umfeld, in dem wir leben ein Stückchen weit netter zu machen.
 1. Bloggeburtstag - Blogevent Spargel
Spargel soll es sein für den Blogevent bei Olga. Herzlichen Glückwunsch zum Bloggeburtstag auch von mir! In dieser Jahreszeit gibt es bei uns oft Spargel, wobei Hubby dann doch schon 'mal die Bremse tritt, wenn ich ihn jeden Tag serviere. Das folgende Rezept aus der Osterausgabe der 'Waitrose Kitchen' rief schon beim Durchblättern 'Koch mich doch!'
Das Rezept ist denkbar einfach. Es ist für zwei Personen ausgerichtet. Backofen auf 180 Grad vorheizen. Vom Spargel die holzigen Enden abbrechen, waschen und dann kurz - so 2 - 3 Minuten in kochendem Wasser blanchieren. Bei mir waren es 14 Stängelchen, diese in zwei ausgebutterte, feuerfeste Formen in der Runde drappieren. In der Mitte bleibt Platz um später die Eier dort hinein gleiten zu lassen.
Die Sauce wird aus den folgenden Zutaten zusammen gerührt:
zwei Anchovisfilets, fein gehackt
50ml Double Cream, es darf auch ein bisschen mehr sein!
1 EL Dijon Senf
25g frisch geriebener Parmesan, auch hier war ich eher großzügig
Alle Zutaten vermischen und auf dem Spargel verteilen.
Nun  jeweils zwei Eier in die mittige Mulde gleiten lassen mit etwas Parmesan bestreuen und die Formen bei 180 Grad ca 25 Minuten gratinieren lassen. Auf dem Foto im Waitrose Kitchen sieht man nur ein Ei pro Teller, im Rezept stehen aber zwei Eier, ich fand das fast zuviel, daher würde ich in Zukunft nur ein Ei pro Portion machen. Mit etwas Baguette - zum Auftunken der cremigen Sauce - war es jedenfalls ein schönes Abendessen.
Hier im Bild noch mein 'Hosta Walk'. Leider in diesem Jahr trotz Nematoden und auch 'Bayer' schon reichlich angefressen.... es ist halt an vielen Tagen ziemlich feucht..... und das lieben die kleinen Schleimerchen.

Sonntag, 11. Mai 2014

Das Buffet zur Eurovision - Nachlese

Also, 'My Money was on the Netherlands' - mir gefiel offengesagt der Beitrag der Niederländer am besten - (über die polnischen Girls reden wir lieber nicht - I mean: 'What were they thinking!') . Gleich gefolgt von Spanien und Frankreich - ich meine ein verrücktes Lied über einen Bart - ziemlich originell, oder? Da wurde der Gedanke offenbar freigesetzt und schwups, schon hatte der Bart gewonnen - selbstverständlich mit Stimme dahinter. Österreich hatte ich als Gewinner nun gar nicht auf dem Schirm gehabt. Die Niederländer haben den (verdienten!) zweiten Platz gemacht. Meine Welt ist also einigermaßen in Ordnung.
Im Nachhinein ist mir schon klar, dass dieser Bart aus politischen Gründen gewinnen musste, hier haben die europäischen Nachbarn über Engstirnigkeiten hinweg und entgegen aller Proteste Flagge gezeigt. Einigkeit - so oft herbei gewünscht, weniger oft tatsächlich erreicht!
Wir hatten einen netten Partyabend, zu zweit, nur in Gesellschaft einiger Fläschchen..... bis zum nächsten Jahr dann in Österreich!

Samstag, 10. Mai 2014

Pilzsuppe mit geröstetem Blackpudding

Ilse hat ja so recht, Pilzsuppen sind schier unmöglich attraktiv anzurichten. Genau, ohne wenn und aber! Trotzdem hat mich ihre Rezeptvorstellung sofort dazu gebracht, mich den noch im Kühlschrank befindlichen Riesen-Champignons zuzuwenden. Wirklich sofort, nachdem ich ihren Blogeintrag gelesen hatte, wollte ich auch Pilzsuppe machen!!!!
Die folgende Menge ergab bei mir 3 - 4 Portionen. Eine gab es für mich als Lunch, der Rest wurde portionsweise eingefroren, denn Hubby verschmäht leider  weiterhin hartnäckig meine Suppen.... 
Vier Riesenchampigons, eine handvoll getrocknete Steinpilze, eine Lauchstange, Knofizehen und der Brühwürfel (hust - ich hatte keine selbstgemachte Brühe mehr im TK - die geht immer weg, wie warme Semmeln). Alle Zutaten geputzt und Stücke geschnitten. Mit Brühe (bei mir war es Chicken) oder Gemüsebrühe aufgiessen und leicht ca 20 Minuten köcheln lassen. Mit dem Blender blitzen. Abgeschmeckt habe ich mit etwas Senf und Salz und Pfeffer. Da die Pilze keine besondere Sämigkeit an den Tag legen, habe ich noch mit etwas Speisestärke angedickt und zum Schluss einen halben Becker Saure Sahne untergemischt. Bei mir muss Suppe immer auch eine kleine Einlage haben (ich esse Suppen an den meisten Tagen als Lunch), das gibt ihr noch eine weitere Dimension. Bacon würde sich hier anbieten. Ich habe mich für Black Pudding entschieden. In kleine Stücke geschnitten wird er in einer separaten Pfanne angeröstet bis er schön kross ist. Passte hervorragend! Pilzsuppe ein Hochgenuss - danke Ilse für diese Anregung.


Ein schönes Wochenende wünsche ich Euch - und nicht vergessen: Heute Abend steigt die große Eurovision Song Contest Party mit Fingerfood- jedenfalls bei uns - denn diese Veranstaltung lassen wir uns bestimmt nicht entgehen!!!!!

Mittwoch, 7. Mai 2014

Risotto aus Camargue Reis - richtig gut!

  Blog-Event XCVIII - Schatzsuche im Vorratsschrank (Einsendeschluss 15. Mai 2014)
Susanne will wissen, was in unseren Vorratsschränken noch so schlummert.... na ja, es gibt schon einige Schätzchen, das will ich gar nicht verleugnen. Die seit vielen Jahren auf einen Einsatz wartenden Adzuki-Bohnen habe ich neulich dem Blindbacken-Zweck zugeführt, auch eine Möglichkeit der Resteverwertung... bestimmt nicht, was Susanne sich für diesen Blog Event bei Zorra vorgestellt hat, oder?
Auch noch im Schrank, schon seit dem letzten Urlaub in France, diese Packung Camargue Reis. Ich hatte ihn ursprünglich gekauft und zum Blanquette de Veau, welches ich im Ferienhaus gekocht hatte, serviert. Den Rest nahm ich, in der Hoffnung auf einen baldigen 'besonderen' Verwendungszweck mit nach Hause.
Camargue Reis wird den meisten von Euch in der roten Version bekannt sein. Der Unterschied ist ganz einfach: Rot ist unpoliert, weiss ist poliert. Seit Jahren bereise ich Frankreich, aber in der Camargue bin ich leider noch niemals gewesen, vielleicht klappt es ja irgendwann einmal.... ich habe da immer so eine romantische Vorstellung von wilden Pferden und Zigeuner-Lagerfeuerleben. Dass dort Reis angebaut wird, haben wir bereits in der Schule im Geographie-Unterricht gelernt. Im Bild kann man sehen, dass die Reiskörner nicht so schlank sind, wie beispielsweise Basmati Reis, eher rundlich, aber eben nicht so rundlich wie Arborio Reis, capisce? Ein Versuch als Risotto könnte sich also durchaus lohnen - dachte ich mir.
Momentan ist Spargelsaison und hier gibt es wirklich tollen Grünspargel aus lokalem Anbau. Der sollte unbedingt mit ins Risotto. Die Stangen habe ich gewaschen, das holzige Ende abgeknickt und in Scheiben geschnitten, die Spitzen zur Seite gestellt.
Das Risotto wie immer damit beginnen die Zwiebel - bei mir waren es zwei Frühlingszwiebeln - in Olivenöl und etwas Butter anzuschwitzen. Geriebene Knofizehe, Zitronenschalenabrieb und Reis zugeben und glasig dünsten. Nun mit einem Schuss Weisswein ablöschen und dann nach und nach mit vorgewärmter Gemüsebrühe aufgießen, rühren und den Garzustand des Reis immer 'mal probieren. Nach ca. 15 Minuten habe ich die Spargescheiben zugegeben, nach weiteren 5 Minuten die Spargelspitzen.
Der Camargue Reis entwickelt sich nicht so cremig, wie der italienische Rundkornreis, das hatte ich auch nicht erwartet. Die Super-Cremigkeit wurde durch einen Schuss Double Cream hergestellt. Es gibt wohl nix, was sich durch einen Schuss Double Cream nicht noch einen Ticken besser machen ließe, oder was meint Ihr? Parmesan war keiner mehr im Haus, daher kam ersatzweise etwas geriebenen Cheddar dazu. Und zum guten Schluss wurde noch ein Körbchen Wildsalatblätter untergehoben. Die welken  im Risotto leicht an und geben eine massive Dosis Frühlinggefühl hinzu.
Noch reichlich weissen Pfeffer darüber mahlen und mit einem hartgekochten Ei anrichten. So was von Leckerchen - Hubby wollte noch Nachschlag!

Montag, 5. Mai 2014

Ziegenkäse-Tarte mit Feigen und frischem Thymian - und England wie wir es lieben

Ziegenkäse ist nicht wirklich Hubby's 'Ding' - leider. So machte ich diese Tarte dann doch lieber fürs Buffet am heutigen 'May Bankholiday' an dem das deutsche Team so ziemlich allein im Office war. Die große Ddeutsche Bank, bei der ich arbeite, wollte ihre Kunden auch an diesem Tag gut versorgt wissen, und während die Nachbarschaft auf unserer Straße noch fest schlief, morgens halb acht, machte ich mich auf den Weg ins Büro - (ok, Schluss mit dem Gejammere, ich hatte dafür am Donnerstag den 1. Mai frei gehabt!).  
Die frischen Feigen kauften wir am Samstag auf dem Markt in Buckingham, das zarte Grün und das pinkfarbige Innenleben sprachen mich als verkannte Künstlerseele ganz besonders an. Frische Eier, auch vom Markt und der Thymian aus dem Garten und dann der Ziegenkäse aus France.... schon kamen die Zutaten zusammen. 
Den Mürbeteig wie immer im Verhältnis 2:1 (220 g Mehl zu 110g Butter) zubereiten, etwas Mineralwasser und einen halben TL Salz unterkneten, ruhen lassen. Ausrollen und in die Formen geben, bei mir eine längliche Tarteform und zwei kleine runde Formen. Bei 180 Grad so um die 15 Minuten blindbacken.
Die Feigen in Spalten schneiden und den Boden damit belegen. Den frischen Thymian darauf drapieren. Sehen die nicht aus wie kleine Aquarelle??? Aus einer zerbröselten Scheibe Ziegenfrischkäse, einer handvoll geriebenem Parmesan Käse und 120ml Double Cream (oder Schlagsahne), den verschlagenen Eiern sowie Salz und Pfeffer einen Guss zusammenrühren. Die Tartes damit begiessen und bei 180 Grad ca. 35 Minuten backen.

Mit etwas Honig beträufelt eignen sich diese Tartes sehr gut als kleine Nachspeise, mit einem Salat dazu wäre es bei mir eher eine Vorspeise. Fürs Büro-Buffet habe ich kleine Häppchen geschnitten, damit jeder probieren konnte.
Und hier noch 'mal eine kurze Erinnerung daran, warum es zu dieser Zeit auf der Insel so superschön ist!
Stairway to heaven?

Am Ufer des River Avon.
Organic Ice Cream mit Erdbeergeschmack - aber wie man sehen kann nicht mit künstlicher Erdbeerfarbe......
Neues Badezimmer, wohin mit dem Müll? Kein Probem, einfach im Garten recyceln!
Warum habe ich eigentlich keine Wisteria in meinem Garten?
Diese überschwängliche, ausufernde Wüchsigkeit, das gibt es nur in meinem Geburtsmonat Mai, da sehen selbst Unkraut-Combos toll aus, gimme more, gimme more!