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Dienstag, 30. Dezember 2014

Liverpool im Dezember

Falls jemand hier auf der Insel 'mal eine 'richtige' City (ausserhalb von London) besuchen möchte: 
Ich sage nur Liverpool! Wir waren nach Weihnachten ein paar Tage dort. Soviel Historie, Architektur, Kultur und Musiktalent, unglaublich.
Aber seht einfach selbst. Was auf keinen Fall fehlen darf: Ein Tripp mit der 'Ferry cross the Mersey', selten so eine malerische Fährüberfahrt gehabt.
 
Und über die bekanntesten Söhne der Stadt 'The Fab Four' haben wir da noch gar nicht geredet. Die Fotos sieht man auf Instagram (sie leben leider bisher nur auf meinem iphone und wollten dort nicht weg!).
Shopping in der enormen, fußgängerfreundlichen Innenstadt ist für Liebhaber des Kommerz absolut fantastisch.

Mittwoch, 24. Dezember 2014

Und plötzlich ist Weihnachten dann da......



Lange habe ich keinen Post mehr geschrieben und nur auf Instagram kann man sehen, dass ich nicht untergetaucht bin, sondern durchaus die weihnachtlichen 'must dos' abarbeite. Ich bin cool, kein Stress, denn meine Weihnachtspakete zu den Lieben  über den Kanal wurden schon in der ersten und zweiten Dezemberwoche verschickt und sind schon lange angekommen.
Dies ist der erste Weihnachtsbaum von Carl und Tanja in Wien


Unser Baum steht seit dem 5. Dezember und Haus und Garten sind abends festlich beleuchtet. Da hat es gestern Abend um 21 Uhr sogar die lokalen 'Carol Singers' an die Türe gebracht. Schön haben sie das Lied 'The First Noel' - eines der schönsten englischsprachigen Carols - gesungen.



Die Weihnachtsplätzchen-Manie hat glücklicher traurigerweise diese Ufer bisher nicht erreicht. Es wird kaum erwartet, dass man Hausgebackenes produziert. Normalerweise backe ich Mince Pies wie hier, oder Christmas Cake so wie hier, dieses Jahr habe ich das nicht gemacht. So ganz ohne Druck backte ich doch einen relaxten Stollen. Inspiriert durch die ganzen deutschen Blogbeiträge im Net packte es mich letzte Woche wieder und ich machte (zum allerersten Mal) Pfeffernüsse.
Beide Rezepte wählte ich gedanklich für meine Familie aus. Ich bin ja das Produkt einer 'Mischehe', jedenfalls sehen meine Eltern das so. Meine Mutter, hardcore Protestantin aus Thüringen - vielleicht spukt Martin Luther sogar durch ihre Ahnengallerie, wer weiss das schon? - hat da so ihre eigenen Vorstellungen. Sagen wir es so, sie fühlt sich immer noch sehr nahe dran! Der Stollen (selbstverständlich mit Kreuzzeichen gebacken) symbolisiert im dortigen Stollenland das eingewickelte Jesuskind - klar, man kann nicht einfach einen festliches Rosinenbrot geniessen, um sich nicht schuldig zu fühlen, muss es gleich das Jesuskind symbolisieren! 
Mein Vater kommt aus der mennonitischen Freikirche, diese Ecke des protestantischen Spektrums ist auch nicht weniger davon überzeugt, den einzig richtigen Draht nach 'oben' zu haben, allerdings in der Ausübung wesentlich karger und noch weniger spaß- oder lustorientiert.... so sind sich meine Eltern dann auch meist uneins, was die Einhaltung ihrer 'Glaubensregeln' angeht. Aus meiner Sicht kann ich nur sagen, wir Kinder haben im Elternhaus die volle Gewalt des Protestantismus abgekriegt - und das obwohl (oder vielleicht gerade deswegen?) wir in einer vorwiegend katholischen Gegend aufgewachsen sind. Das war nicht so einfach und klar wird mir das erst, seit ich auf dieser 'heidnischen' Insel (Zur Erklärung: In Großbritannien gehören prozentual deutlich weniger Menschen einer Kirche an bzw. praktizieren eine Religion als z.B. in Deutschland oder Frankreich) lebe. Die Pfeffernüsse haben die besagten Mennoniten, die in den Niederlanden gegründet wurden, von dort mitgebracht und an ihren Niederlassungsorten verteilt. So findete man sie heutzutage ganz oft in den 'deutschen' Teilen der USA (Zur Erinnerung: Dreizehn mennonitische Familien aus Krefeld segelten auf der Concord in die USA und gründeten dort Germantown/Philadelphia). 
Mein Rezept geht so:
50g fein gehackte Mandeln, bei mir unabgezogen
200g Honig
100g hellbrauner Muskovadozucker
50g gesalzene Butter, ansonsten eine Prise Salz zufügen
50g Zitronat/Orangeat klein gehackt
350g Mehl, bei mir feines Dinkelmehl
2-3 EL spanischen Brandy (oder Rum)
1 TL Backpulver
Nun die Gewürze:
1 TL gemahlenen Koriander
1 TL gemahlenen Ingwer
1/2 TL gemahlenes Zimt
1/4 TL gemahlene Nelken
1/2 TL gemahlenen schwarzen Pfeffer
1/2 TL Muskatnuss
1/2 TL gemahlenes Kardamom
1/2 TL gemahlene Fenchelsamen
Die trockenen Zutaten gut vermischen. In einem Topf den Zucker, Honig mit Butter schmelzen, Brandy zugeben, mit den trockenen Zutaten vermischen. Zu einer Kugel formen und in Frischhaltefolie im Kühlschrank mindestens über Nacht ruhen lassen, geht auch mehrere Tage. Zum Backen den Teig in Stränge rollen und in kleine Stücke schneiden, jedes Stück zu einer walnussgroßen Kugel rollen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Im auf 180 Grad vorgeheizten Backofen ca. 10 - 12 Minuten abbacken. Die Pfeffernüsse sind zuerst ziemlich hart, werden aber, in einer Dose aufbewahrt, mit der Zeit weicher. Wer mag kann sie noch mit Puderzuckerguss überziehen, oder Schoki geht auch.
Also, liebe Leser und insbesondere liebe Familie und liebe Freunde - Frohe Weihnachten und ein gutes Neues Jahr 2015.
Und wenn Ihr alles gut vorbereitet habt, dann könnt Ihr Euch jetzt zurücklehnen und entspannen! Stresst Euch nicht mehr und lasst nur die positive Gedanken rein! Ich bügle noch ein bisschen und dann geht es abends zum Thai :o))

Montag, 1. Dezember 2014

Datteln im Speckmantel - it's Party Time

Datteln im Speckmantel sind bei uns heiss-begehrt. Diese Datteln hatte uns mein Sohn bei seinem letzten Besuch (Ramadan) aus Abu Dhabi mitgebracht. Nun sollten sie endlich verwendet werden. Auf der Packung fand ich, nachdem ich die Brille aufgesetzt hatte, auch ein TÜV Zeichen. Da TÜV Technischer Überwachungsverein bedeutet, frage ich mich, was ist an Datteln technisch und was gilt es im mittleren Osten durch den deutschen TÜV bei den Datteln zu überwachen? Falls das jemand weiss, ich bin interessiert!
Die Datteln werden aufgeschlitzt und vom Stein befreit, anstelle des Steins ein Stückchen Fetakäse hineinstopfen. Nun Datteln mit dünn ausgerolltem Speck oder Pancetta umwickeln. Dies kann man gut vorbereiten.
Wenn dann der Besuch kommt, die Datteln für 10 - 15 Minuten in den auf 180 Grad vorgeheizten Backofen schieben. Gäste begrüßen und Drinks austeilen.
Etwas abkühlen lassen und eventuell halbieren, Cocktail Stick einstecken und mit dem Drink der Wahl  geniessen.Schmeckt sehr gut zum Bierchen oder auch zum Prosecco.
Und was macht der Sohn? Nach fast drei Jahren im mittleren Osten ist er seit November wieder in Europa. Ich freue mich, denn er hat seine Zelte erst einmal in Wien aufgeschlagen. Mit seiner Freundin richtet er gerade das erste Nest ein. Jobs gab es in einem der bekannten Luxushotels. Obwohl Wien nun nicht gerade im die Ecke ist, freue ich mich doch, ihn gewissermaßen wieder in der Nähe zu haben.